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Die Schufa – Deutschlands größte Auskunftei

Die Schufa ist nach eigenen Angaben die „führende Auskunftei Deutschland“ und speichert derzeit Informationen zu mehr als 65 Millionen Privatpersonen und mehr als 5 Millionen Unternehmen. Aus den erhobenen Daten ermittelt das Unternehmen eine Bonitätsbewertung und stellt diese angeschlossenen Betrieben zur Verfügung. Den Großteil der Datenerhebung führen Partnerunternehmen durch, die Informationen zu Verträgen und dem Zahlungsverhalten der Kunden an die Schufa weitergeben. In fast jedem längerfristigen Vertrag zwischen Unternehmen und Privatpersonen ist eine sogenannte Schufa-Klausel verankert. Durch diese Klausel erhalten die Unternehmen die Erlaubnis, die Daten zum Vertrag an die Schufa oder eine andere Auskunftei weiterzugeben.

Welche Daten speichert die Schufa?

Die Schufa speichert alle Daten, die bei der Ermittlung der Bonität einer Person oder eines Unternehmens hilfreich sein können. Dazu gehören zum Beispiel Daten zu abgeschlossenen Mobilfunk-, Telekommunikations- und Leasingverträgen, aber auch Daten zu Girokonten, Kreditkarten oder Finanzierungen. Zudem greift die Schufa auf öffentliche amtliche Verzeichnisse zurück, um zum Beispiel die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung oder die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu erfassen.

Je nach Art des Datensatzes bleiben die Informationen bis zu zehn Jahre lang in der Datenbank der Schufa gespeichert. Diese sehr lange Speicherfrist gilt allerdings nur bei Restschuldbefreiungen in einem Insolvenzverfahren. Die übliche Speicherfrist beträgt drei Jahre.

Was ist der Score-Wert bei der Schufa?

Für einen einfachen Vergleich von Bonitätsdaten nutzt die Schufa einen Score-Wert. Je höher dieser Wert ist, desto besser ist die Bonität der Person. Dabei werden für einige Branchen separate Werte gebildet. Telekommunikationsanbieter bekommen einen anderen Score-Wert geliefert als Banken und Kreditinstitute. Die Score-Werte können unter Umständen sogar stark voneinander abweichen. Wer zum Beispiel einen größeren Kredit nur unregelmäßig zurückzahlt, aber die monatliche Handyrechnung immer begleicht, erhält vereinfacht ausgedrückt einen hohen Score-Wert für Telekommunikationsanbieter, aber einen niedrigen Wert für Banken und Kreditinstitute.

Entscheidet die Schufa, ob ich einen Vertrag mit einem Unternehmen abschließen kann?

Die Schufa trifft keine Entscheidungen zur Vertragsgestaltung. Sie übermittelt lediglich die vorliegenden Informationen an das anfragende Unternehmen. Die Entscheidung, ob eine Bestellung ausgeführt oder ein Antrag angenommen wird, trifft immer das Unternehmen direkt. Je nach Unternehmen sind nicht nur die Daten der Schufa für die Entscheidung relevant, sondern auch individuell erhobene Daten des Betriebs. So kann es sein, dass Sie trotz einer positiven Schufaauskunft keinen Vertrag abschließen können, weil interne Vorgaben des Unternehmens dagegen sprechen.

Wie finde ich heraus, welche Daten bei der Schufa gespeichert sind?

Als Privatperson dürfen Sie gemäß § 34 des Bundesdatenschutzgesetzes einmal pro Jahr kostenlos eine Auskunft über die gespeicherten Daten bei einer Auskunftei anfordern. Die Bearbeitung dieser Anfrage dauert bei der Schufa einige Tage. Sie erhalten eine genaue Auskunft per Post. Optional bietet die Schufa auch ein Onlineportal an, das gegen eine monatliche Zahlung freigeschaltet wird. Sie erhalten dort einen tagesaktuellen Zugang zu Ihren Daten und sehen jederzeit Ihre Score-Werte und Änderungen am Datenbestand. Zudem können Sie gegebenenfalls fehlende Daten manuell nachtragen lassen.

Gibt es nur negative Einträge bei der Schufa?

Nein, die Schufa speichert alle Informationen zu Verträgen. Dazu gehören auch Vermerke über rechtzeitige Kreditrückzahlungen und fristgerecht erledigte Verbindlichkeiten. Partnerunternehmen der Schufa geben also nicht nur negative Informationen weiter, sondern auch positive. Negative Einträge können darüber hinaus auch nur vorgenommen werden, wenn Sie die Forderungen nicht bestreiten. Wenn Sie eine Rechnung nicht bezahlen, weil Sie das gewünschte Produkt nicht erhalten haben, darf Ihr Vertragspartner keine negative Meldung an die Schufa machen. Das ist erst möglich, wenn die Forderung zum Beispiel gerichtlich bestätigt wird.

Welche Folgen haben negative Schufaeinträge?

Negative Schufaeinträge machen sich schnell im alltäglichen Leben bemerkbar. Wenn Ihre Schufaauskunft negativ ausfällt, verlangen Onlineshops plötzlich Vorkassezahlungen und Ihre Bank will den Dispositionskredit nicht weiter erhöhen oder streicht ihn sogar. Der Abschluss von neuen DSL- oder Handylaufzeitverträgen ist kaum noch möglich, weil die Anbieter die Bestellungen mit einem Hinweis auf Ihre Bonität ablehnen. Es gibt allerdings Webseiten wie diese, die sich auf Handyverträge trotz Schufa spezialisiert haben.

Bei berechtigten Schufaeinträgen gibt es leider kaum Möglichkeiten zur Verbesserung der Bonitätsauskunft. Hier bleibt Ihnen nur der Weg über spezielle Anbieter, die zwar eine Bonitätsprüfung durchführen, aber Personen mit einer schlechteren Bonität nicht sofort ablehnen. Unberechtigte Schufaeinträge können sich direkt bei der Schufa reklamieren und um Löschung bitten. Dieser Vorgang kann einige Wochen dauern. Immerhin sperrt die Schufa bei Streitigkeiten die betroffenen Einträge und leitet diese auch nicht mehr an anfragende Unternehmen weiter. So verbessern sich ihre Score-Werte unter Umständen schon während der Bearbeitung und der Abschluss von neuen Verträgen wird für Sie wieder einfacher.

Gibt es neben der Schufa auch andere Anbieter von Bonitätsauskünften?

Neben der Schufa sind auf dem deutschen Markt vor allem die Auskunfteien Creditreform und Infoscore bekannt. Diese erheben in der Regel dieselben Daten wie die Schufa und bilden aus den erhaltenen Informationen ebenfalls einen Score-Wert zur Bewertung der Bonität. Insbesondere im Mobilfunkbereich greifen immer mehr Unternehmen auf die Auskünfte der Bertelsmanntochter Infoscore zurück. Die Folgen bei negativen Einträgen sind auch bei den anderen Auskunfteien ähnlich. Um sich einen kompletten Überblick zu verschaffen, können Sie auch bei Creditreform und Infoscore eine Selbstauskunft nach § 34 BDSG beantragen, die Ihnen ebenfalls einmal pro Jahr kostenfrei zugeschickt wird.

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